Hilfsmittel im Hundetraining und ihre Nebenwirkungen – Teil 3

Der dritte und letzte Teil von Hilfsmitteln im Hundetraining fasst viele von denjenigen zusammen, welche mithilfe positiver Motivation sowie positiver Verstärkung angewendet werden. Jedes wird wieder einzeln kurz beschrieben, es wird kurz auf dessen Zweck hingewiesen sowie eine Aufklärung darüber, wann du welches unter welchen Voraussetzungen anwenden solltest.

Pfeife

Dieses Hilfmittel kann sowohl bei älteren Hunden, aber auch schon bei Welpen eingesetzt werden. Eine Pfeife dient als Signal, zum Menschen zu kommen. Oft wird sie bei Hunden, welche für die Jagd bestimmt sind, angewendet. Man lockt hierzu den Hund mit Futter zu sich und kurz bevor er beim Menschen ankommt, wird gepfiffen. Somit verbindet der Hund das Geräusch einerseits damit, zum Menschen zu kommen und andererseits dafür eine Belohnung zu erhalten. Im Training wird nun schrittweise die Distanz erweitert, um die Pfeife letztendlich als Trainingsmittel auf große Entfernungen anwenden zu können.

Die Nebenwirkungen:

Das Signal der Pfeife ist im Endeffekt eine Art des Abrufsignals. Hast du deinem Hund mit keiner anderen Methode gelernt, zu dir zu kommen, wird es schwer, ihn abrufen zu können, wenn du einmal keine Pfeife dabei hast. Dazu kann dein Training in die falsche Richtung losgehen, wenn er den Rückruf noch nicht beherrscht, der Hund erst später als gewünscht zu dir kommt und du ihn danach schimpfst. Dein Hund weiß nicht, was er falsch gemacht hat und verbindet deine negative Stimmung mit dem, dass er zu dir zurückkommt. Wichtig ist, dass der Hund immer gelobt wird, wenn er zu dir zurück kommt.

Fazit: besonders in der Jagd empfehlenswert

Clicker

Ein Clicker, auch Marker genannt, ist ein kleines Plastikgehäuse, in welches sich eine dünne kleine Metallplatte befindet, welche man eindrücken kann. Dies erzeugt das berühmte Clicker Geräusch. Ein Clicker kommt am besten in jeder Trainingseinheit zur Anwendung. Mithilfe dieses Gegenstands kannst du deinem Hund exakt zeigen, welche Verhaltensweise er richtig gemacht hat. Zunächst ist es aber einmal notwendig, dass der Hund lernt, dass auf jeden „Click“ auch eine Belohnung folgt. Nach dem Aufbau einer derartigen Verknüpfung kann das eigentliche Training beginnen. Man verlangt vom Hund eine Übung und clickert genau in dem Moment, in dem der Hund das macht, was man möchte. Es ist erwiesen, dass Hunde bis zu 40% schnellere und bessere Leistungen beim Lernen erzielen, wenn ein Markersignal in das Training eingebaut wird.

Nebenwirkungen:

Wichtig ist, dass du das richtige Timing hast. Clickerst du zu früh oder zu spät, bestätigst du deinen Hund im falschen Moment und der Hund kann Verknüpfungen lernen, die unerwünscht sind.

Fazit: er bringt´s auf jeden Fall ;]

Spielzeug (Ball, Dummy, Reizangel…)

Es gibt viele Spielzeuge und Gegenstände, welche der Hund apportieren oder jagen kann. Jagdspiele liegen dem Hund im Blut, da er auch ein Jäger und Beutegreifer ist. Egal was du verwendest, achte bitte darauf, dass das Spielzeug robust und nicht gefährlich für deinen Hund ist. Dazu sollte es die richtige Größe für deinen Hund haben. Lasse deinen Hund darüber hinaus niemals mit einem Spielzeug alleine, da Verschluckungsgefahr besteht, wenn er es zerbeißen kann oder das Spielzeug zu klein ist. Ebenso ist es wichtig, das Spiel für den Hund zu variieren, damit die Motivation des Hundes erhalten bleibt.

Die Nebenwirkungen:

Wenn du einen Hund hast, der von sich aus schon ein sehr aufgewecktes Temperament hat, sich leicht ablenken lässt und sich schnell hochschaukelt, solltest du im Training aufpassen, wenn du Spielzeuge als Belohnung einsetzt. Es kann die Konzentration deines Hundes schnell verloren gehen, wenn er überstimuliert wird. Hier ist es wichtig, dass du die richtige „Dosis“ an Spielzeugbelohnung herausfindest.

Fazit: empfehlenswert, aber aufpassen!

Futter und Futterbeutel

Futter gilt als das am meisten verwendete Belohnungsmittel. Neben der Tatsache, dass Fressen für den Hund überlebenswichtig ist, liegt in seiner Natur, dass er sich das Fressen verdienen muss. So ist es ganz natürlich, dass der Hund gerne etwas dafür tut und „arbeitet“, damit er an sein Futter kommt. Für ein erwünschtes Verhalten den Hund mit Futter zu belohnen, erachtet sich somit als sehr sinnvoll. Wenn am Ende jeder Trainingseinheit ein besonderes Futter, ein „Jackpot“ wartet, steigt die Motivation dabei um ein vielfaches. Ein Futterbeutel hilft dir dabei, dass du die Leckerlis nicht die ganze Zeit in der Hand halten musst.

Nebenwirkungen:

Auch, wenn dein Hund für Futter alles tun würde, damit er an sein Fressen kommt, solltest du das Grundbedürfnis des Hundes füllen, ohne dass er für sein Futter immer arbeiten muss. Für deine Trainingseinheiten ist es völlig okay, wenn du diese Leckerli-Ration vom normalen Futter abziehst. Wenn sich dein Hund jedoch ständig seine gesamte Futter-Ration verdienen muss, damit er überleben kann, erzeugt das einen hohen Stresspegel. Aufpassen solltest du ebenso, dass du im Futterbeutel kein raschelndes Sackerl hast. Dieses Geräusch kann dein Hund in Situationen als Belohnung empfinden, in denen du das vielleicht gar nicht willst.

Fazit: sehr empfehlenswert!

Mag.a Doris HochenhauserHilfsmittel im Hundetraining und ihre Nebenwirkungen – Teil 3

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