Am Besucher hochspringen – das macht doch Sinn

Es gibt viele Menschen die sich darüber beklagen, dass ihr Hund unhöflich sei. Er springe an jedem noch so harmlosen Besucher hoch, wäre eigentlich schon sehr fordernd und würde nicht von diesem ablassen. Der Hund ist zwar nicht aggressiv, aber das ist ziemlich unerhört! Man könne den Hund auch schwer von dem Besuch ablenken, was die HundebesitzerInnen als sehr unangenehm empfinden.

Zusätzlich besteht Peinlichkeit darin, dass der Hund ständig versucht, den Besucher abzuschlecken und abzuschlabbern, was verständlicherweise nicht jeder Mensch besonders gerne hat. Aber haben wir uns schon einmal gefragt, warum springt unser Hund zur Begrüßung eigentlich an uns hoch?

Seit Urzeiten leben Wölfe in Rudeln. Die Rudelmitglieder werden mit einem richtigen „Begrüßungsritual“ nach ihrer Rückkehr empfangen. Alle Wölfe und somit auch Hunde wollen ihre Rudelmitglieder nach ihrer Heimkehr begrüßen, indem sie sich unter anderem die Lefzen schlecken und sich gegenseitig beschnuppern. Entweder um zu sehen, ob alles in Ordnung ist oder um den vorherigen Aufenthaltsort oder die vorherige Tätigkeit des Rudelmitgliedes zu erahnen. Diese Art von Begrüßungsritual geht in jene Zeit zurück, in der der Hund noch ein Welpe war.

Als Welpe wurden die Lefzen der Mutter geleckt, um auszudrücken: „Wir sind alle brav, wir folgen dir wenn du uns rufst,…“ etc. Was also heißt, die Mutter wurde in ihrer Ehre geschätzt und wurde von ihren Welpen an die Lefzen gestupst. Die Welpen sahen sie als Familienoberhaupt an. Die Tiere, die das Rudel anleiten, sind die Elterntiere und diesen erwies man seinen Respekt. Schon zu Wolfszeiten gab es diese Familienstrukturen. Dies unterschied jedoch auch die Elterntiere von den anderen Rudelmitgliedern ganz deutlich.

Die Eltern wurden ordentlich begrüßt und vor Freude nach der Heimkehr angesprungen. Umgekehrt würde ein Elterntier nie ein anderes Tier anspringen oder einem anderen Hund oder Wolf die Lefzen schlecken zur Begrüßung. Familienoberhäupter verhalten sich immer ruhig, gelassen und somit auch stets mit energetischer Ausgeglichenheit und positiver Energie für das Rudel.

Hier sieht man schon deutlich den Unterschied in der Rangordnung. Von der Begrüßung zu unterscheiden ist, wenn die Mutter die Welpen sauber machen möchte. Bei genauerer Betrachtung stellt sich dies jedoch auch anders dar als eine Begrüßungssituation. Das ist auch der Grund warum wir jeden Tag angehalten sind unsere Hunde zu beobachten und ihre Körpersprache somit versuchen sollten zu lesen. Denn nur so hat man die Möglichkeit, ein wenig Einblick in die Welt des Hundes und deren Ziele zu erkennen.

Man sollte auch bedenken, dass ein Hund nie etwas tun würde, ohne einen Nutzen dabei zu erlangen. Jetzt denkt man sich: „Aber das ist ja sehr egoistisch.“ Das ist es nicht. Sondern eigentlich ganz natürlich, dies gilt für jedes andere Lebewesen ganz genauso wie für den Hund oder Wolf.

Iris Exel-GrabnerAm Besucher hochspringen – das macht doch Sinn

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