Der American Staffordshire Terrier

Eleganz, Treue und Kraft zeichnen diese außergewöhnliche Rasse aus. Die Lebhaftigkeit des Terriers mit der ruhigen Kraft der Bulldogge stellt ein ganz besonderes Ergebnis einer Kreuzung beider Hunde dar. Diese ursprünglich von Nordamerika kommende Hunderasse ist in den Medien wohl am häufigsten thematisiert sowie weltweit am meisten diskutiert und auf der ganzen Welt verbreitet.

Der „Am Staff“, wie er von Liebhabern dieser Rasse genannt wird, ist eine äußert intelligente Rasse, die schnell lernt. Zusammen mit seinem athletischen Körper ist das Ergebnis dieser Zucht ein toller Arbeits- und Familienhund, der für alle möglichen Hundesportarten geeignet ist. Agility, Obedience, Flyball, Breitensport sind für diesen Hund ideale Aufgaben. Mit seiner erhöhten Reizschwelle ist diese Rasse zusätzlich am besten geeignet für die Ausbildung zum Therapiehund, vor allem im Kinder- und Jugendbereich. Aber auch als Rettungs- oder Lawinensuchhund zeichnet er sich durch sein Können in der Nasenarbeit aus.

Lebenserwartung: 9 bis 12 Jahre

Charakter: Selbstbewusst, Tapfer, Gutmütig, Selbstlos, Intelligent, Aufgeweckt, Ruhig, Mutig

Größe: Männchen: 58-61 cm, Weibchen: 56-59 cm

Gewicht: Männchen: 25-35 kg, Weibchen: 18-28 kg

Leider haben unzählige Medienbeiträge sowie der Missbrauch dieser Rasse für Hundekämpfe das Image dieser Hunde mit Vorurteilen geprägt. Das Ergebnis war die Erstellung einer „Liste über Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotential“, zu welcher auch diese Rasse zählt. Das ist auch der Grund, warum er in manchen Augen ein Teufel und für andere ein Engel ist. Das ist eine einmalige Situation in der Kynologie. Glücklicherweise unterstützen verantwortliche Rassehundezuchtvereine ihre seriösen Züchter dabei, für den guten Ruf dieser Hunde zu kämpfen. Diesen haben sie auch mehr als verdient.

Kurz die Geschichte vom American Staffordshire Terrier

Im Vergleich zu den meisten Hunderassen ist der Am Staff relativ jung und war lange unbekannt. 1936 hat der „American Kennel Club“ ihn erst offiziell anerkannt. Den Ursprung der Zucht findet man in Nordamerika. Nach der Ankunft in Europa nahm die Nachfrage dieses außergewöhnlichen Hundes explosionsartig zu. Ursprünglich lag der Zweck der Zucht im Bewachen von Haus und Hof und im Schützen vor Eindringlingen wie Schlangen, Ratten, Bären und Wölfe. Die Kraft und Ausdauer dieses Hundes wurde aber auch leider für Hundekämpfe in dunklen Hinterhöfen missbraucht. Als Resultat galten diese Hunde als „gefährlich“ und einige Länder wie Dänemark haben darauffolgend die Haltung dieser Hunde verboten oder die Besitzer mit kostspieligen Auflagen für die Haltung belegt. Viele Organisationen versuchen bis heute, das Vorurteil, dass diese Hunde „aggressiv und unberechenbar“ sind, aufzulösen und es wird viel Aufklärung betrieben. Natürlich sind ein starkes Selbstbewusstsein und geringe Emotionalität vererbbare Eigenschaften – Aggressivität gehört jedoch nicht dazu. Dies ist reines Lernverhalten aus der Erfahrung des Hundes und der Erziehung des Menschen.

Passt der Am Staff zu mir?

Die Anschaffung eines Hundes dieser Rasse sollte kein spontaner Entschluss und gut überlegt sein. Mit den beschriebenen Vorurteilen kommt man als Hundehalter leider in der Gesellschaft nicht daran vorbei, mit hinein gezogen zu werden. Des Weiteren muss man sich über die gesetzlichen Haltungsbestimmungen bewusst sein. Eine Einfriedung mit einer Mindesthöhe von 1,70 Meter, eine höhere Hundesteuer und eine eigens abgeschlossene Versicherung sind in Teilen Österreichs das Minimum an Gesetzeslage. In manchen Bundesländern gilt diese Rasse noch immer als „Listenhund“ und in diesen ist es darüber hinaus Pflicht, den Hundeführerschein bzw. Sachkundenachweis zu absolvieren.

Die genaue Persönlichkeit ist natürlich von Hund zu Hund verschieden, jedoch gibt es gewisse Grundzüge in den Wesensmerkmalen, die alle Am Staffs besitzen. Ein guter und verantwortungsvoller Besitzer ist sich darüber bewusst, für welchen Zweck diese Rasse ursprünglich gezüchtet wurde. Bei Begegnungen mit Artgenossen tritt dieser Hund somit mit einem hohen Maß an Selbstbewusstsein auf. Mit der Grundstimmung an Freundlichkeit an sozialen Kontakten wird dieser Hund selten Konflikte anzetteln. Wird er allerdings zu einem Kampf herausgefordert, ist er ziemlich sicher zur Verteidigung bereit und wird selten die Flucht ergreifen.

Aufgrund seiner Gutmütigkeit ist diese Rasse allgemein gegenüber Menschen, vor allem zu Kindern, sehr gutartig. In der Regel kann einem Am Staff so schnell nichts reizen. Sie ertragen in der Regel jede Zudringlichkeit von Kindern. Wird es ihnen zu viel, treten sie den Rückzug an. Mit seinem kräftigen Körperbau sollte man darauf achten, dass die Kinder nicht aus Versehen umgeschubst werden.

Des Weiteren sollte man beachten, dass handelsübliches Spielzeug für einen Am Staff meistens nicht standhält. Durch ihren Willen, Dinge zerreißen zu wollen, zusammen mit ihrer körperlichen Kraft wird nahezu jeder Ball, jedes Seil, jeder Kauknochen und so weiter zerstört. Außerdem gilt dieser Hund mit seinem Fell und seiner Größe als sehr pflegeleicht.

Sehr angenehm ist, dass der Am Staff kein typischer „Kläffer“ ist, da er sich seiner Stärke durchaus bewusst ist. Wenn jedoch Gefahr für seine Menschen droht, kann es vorkommen, dass er anschlägt. Bei liebevoller und konsequenter Erziehung in Kombination mit der richtigen Auslastung kann dieser Hund ein Familienleben somit viel Freude bereiten. Die meisten Hundehalter sagen „Einmal Am Staff – immer Am Staff!“ und können sich ein Leben ohne diesen Hund meist gar nicht mehr vorstellen.

 

Mag.a Doris HochenhauserDer American Staffordshire Terrier

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