Ein Experiment aus der Psychologie – lass es uns probieren

Ein Blog zum Wort „Nein“ und warum du es nicht sagen solltest… Dieser Blog soll helfen, sich bei unerwünschtem Verhalten vom Hund im Training selbst genauer zu beobachten. Es wird folgend ein kurzer Input gegeben. Im Anschluss folgt ein kleines Experiment, welches das Ganze verdeutlichen soll.

  • INPUT

Je nachdem, was vom Besitzer als störend empfunden wird, wird als unerwünschtes Verhalten bezeichnet. Am Menschen hochspringen, den Nachbarshund anbellen, in die Leine beißen oder ähnliche Situationen zählen dazu.

Sehr häufig reagiert der Mensch mit einem „NEIN!“ oder „AUS!“ im scharfen Tonfall und es wird versucht, den Fehler im Verhalten des Hundes zu korrigieren. Oft sehen wir dann, dass der Mensch versucht, den Hund von sich hinunter zu schubsen, ihm den Gegenstand wegzunehmen oder es wird an der Leine herumgerissen. Immer wieder fällt dabei das Wort „Nein!“.

Doch warum sagen wir dieses „Nein“ überhaupt?

„Nein“ soll dem Hund sagen, dass er die aktuelle Handlung unterbrechen soll. Gut. Doch die eigentliche Frage, die man sich stellen sollte, ist: Woher soll der Hund wissen, was „Nein“ bedeutet? In den meisten Fällen funktioniert allein das Wort „Nein“ entweder überhaupt nicht, da er sich dessen Bedeutung nicht im Klaren ist oder es funktioniert, weil der Hund aus Angst vor einer Bestrafung die Handlung abbricht.

Zwei Wege, die besser funktionieren

Nun werden zwei Möglichkeiten vorgestellt, die euch dabei helfen können, mit unerwünschtem Verhalten umzugehen.

  1. Das Abbruchsignal

Viel effizienter und sinnvoller ist ein sogenanntes Abbruchsignal. Ein Signal, welches deinem Hund sagt „Hör auf mit dem was du gerade tust – dafür bekommst du von mir etwas Besseres!“ Mit einem ordnungsgemäß aufgebauten Abbruchsignal kannst du deinem Hund von fast jeder Handlung abhalten. Der Schlüssel dazu liegt in der Belohnung: Der Hund soll nicht aus Angst vor einer Bestrafung die Handlung abbrechen, sondern aus Motivation, dafür belohnt zu werden, wenn er damit aufhört.

  1. Alternativverhalten

Wenn dein Hund nicht bellen, springen, beißen oder zerren soll, was soll er dann tun? Hilf ihm dabei zu wissen, was er stattdessen für ein Verhalten zeigen soll.

Beispiel: Auch dir wurde als Kind nicht nur gesagt, dass du mit dem Löffel nicht herumschießen sollst, nein! Auch dir wurde erklärt und gezeigt, was du stattdessen mit dem Löffel tun sollst, nämlich damit die Nahrung aufzunehmen.

Überlege dir also, was soll dein Hund überhaupt tun, wenn ein Besucher das Haus betritt? Zeige ihm, wie er sich verhalten soll, wenn jemand am Zaun vorbeigeht. Hilf ihm dabei, den Gegenstand gerne herzugeben, den er nicht im Maul haben sollte. Wende dabei positive Verstärkung an!

  • DAS EXPERIMENT

Das klingt doch bis jetzt alles ganz einleuchtend, oder? Warum dann haben wir nicht schon früher daran gedacht und warum fällt es uns Menschen eigentlich so schwer, erwünschtes Verhalten zu verlangen? Um das besser verstehen zu können, möchte ich einen kleinen Vergleich starten: Wie euch wahrscheinlich nicht aufgefallen ist, ist das Wort „nicht“ in diesem Blog sehr oft geschrieben worden. Das Wort „nicht“ trägt hier das selbe Gewicht wie das Wort „Nein“ im Training mit deinem Hund. 

Auch in diesem Blog wurde geschrieben, wie man sich dem Hund gegenüber nicht zu verhalten hat um dann darauf eingehen zu können, wie man eigentlich mit unerwünschtem Verhalten beim Hund umgehen soll.

Das Wort „nicht“ spielt dabei eine sehr große Bedeutung. Um das Ganze besser zu veranschaulichen, möchte ich nun ein kleines Experiment mit dir starten. Ich möchte dir zeigen, welch eine große Bedeutung das Wort „nicht“ hat und möchte dir im Anschluss daran erklären, warum es biologisch gesehen für uns immer einfacher ist, im Training unerwünschtes Verhalten unterbinden zu wollen anstatt erwünschtes Verhalten zu verlangen.

Gut. Beginnen wir mit dem Experiment. Ich möchte, dass du dir gleich folgenden Satz langsam durchliest. Am besten liest du ihn laut vor. Gleich darauf beobachtest du deine Gedanken ganz genau.

„Stelle dir bitte NICHT einen Schneemann in der Wüste vor!“

Was ist passiert? Du hast genau das getan, was du NICHT hättest tun sollen. Für einen kurzen Moment hast du dir vorgestellt, wie ein Schneemann in der Wüste wohl aussehen mag. Und das, obwohl ich von dir verlangt habe, es NICHT zu tun!?

Warum ist das so?

Dieses Phänomen ist ganz einfach erklärt. Wenn ich dir NICHT sage, an was du stattdessen denken sollst, ist es für dein Gehirn sehr anstrengend und schwer, sich von alleine einen alternativen Gedanken auszudenken. Somit wählt das (faule) Gehirn den einfachsten Weg – nämlich genau an das zu denken, was ich gesagt habe. Das Wort „NICHT“ wird dabei mehr oder weniger von deinem Gehirn überlesen. Die Wörter „Schneemann in der Wüste“ und somit die unerwünschten Gedanken sind hängen geblieben.

Hätte ich von dir verlangt „Stelle dir bitte einen Sessel in der Wiese vor.“, dann würdest du dir mit diesem Gedanken wesentlich leichter tun. Warum? Weil du von mir genau gesagt bekommen hast, an was du denken sollst. Ich habe dir den Alternativgedanken wortwörtlich schon in den Kopf gelegt.

So geht es deinem Hund auch!

So, wie es dir schwergefallen ist, an etwas anderes als einen Schneemann in der Wüste zu denken, genauso schwer tut sich dein Hund im Training, wenn du ihm NICHT zeigst, was er statt dem unerwünschten Verhalten tun soll.

Fazit: Streich das Wort „Nein“ am besten aus deinem Wortschatz!

Mag.a Doris HochenhauserEin Experiment aus der Psychologie – lass es uns probieren

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