Zu Hause funktioniert dein Training nicht?

Der Erfolg im Training hängt von mehreren Faktoren ab. Einer davon ist der, ob und wie du dein Training zu Hause umsetzt. Wir geben dir auf jede typische Aussage eine Erklärung darüber, warum es zu jeder vorgeschlagenen Lösung von uns das passende Problem von manch HundehalterInnen gibt:

Der erste Fehler

Immer wieder bekommen wir zu Ohren, dass das Training nur in der Hundeschule funktioniert und zu Hause sowie nicht umsetzbar sei. Die häufigsten Aussagen dazu sind: „Das funktioniert zu Hause sowieso nicht.“ „Das schaffe ich nie.“ „Mein Hund kann das nicht lernen.“

Doch genau diese Einstellung ist schon der erste Fehler. Wenn du von vornherein davon ausgehst, dass dein Training zu Hause nicht machbar ist und deine Grundeinstellung in das Unmögliche tendiert, wie soll es dann auch zum Erfolg führen?

Merke dir: den Großteil an Leistung im Training erbringst du und nicht der Hund. Hast du erstmal gelernt, deine Einstellungen und Gefühle in eine positive Richtung zu lenken, wird es auch dein Hund tun. Als erstes musst du also einen Weg finden, damit du optimistisch davon überzeugt bist, dass es klappen und das Problem sich bessern wird.

Der zweite Fehler

Der zweithäufigste Fehler, der sich schnell einschleicht ist Ungeduld. Wir Menschen neigen dazu, Routinen immer schneller und besser voranzutreiben. Es kann passieren, dass das Lerntempo, das du verlangst, deinen Hund überfordert und er zu keinen Erfolgen kommt. Gib deinem Hund die Zeit, die ER braucht – und nicht du.

Spezialpunkt Leinenaggression

Die häufigsten Probleme, weswegen jemand Einzelstunden in Anspruch nimmt, betreffen die Leinenaggression. Zu Beginn des Trainings empfehlen wir, dass Hundebegegnungen gemieden werden sollten. „Ich kann doch nicht verhindern, dass mir ein anderer Hund begegnet.“ ist eine häufig aufgestellte These, die uns dann entgegengeworfen wird. Und das stimmt prinzipiell auch. Ich kann nie wissen, ob und wann der Nachbarhund gerade in meine Richtung unterwegs ist, wenn ich ihn nicht sehe.

Aber was du tun kannst ist:

-) vorausschauend gehen

-) bevor du mit deinem Hund rausgehst, selbst kurz den Eingangsbereich überprüfen ob gerade jemand unterwegs ist

-) großräumig ausweichen, wenn du einen anderen Hund siehst

-) wenn du keinen Ausweg findest – umkehren

-) den anderen Hundehalter bitten umzukehren, auszuweichen oder seinen Hund anzuleinen

-) gehe an keinen Stellen vorbei, an denen du nicht aussiehst

-) bitte eine zweite Person, um die Ecke zu sehen um zu schauen ob ein Hund entgegenkommt

-) wähle Strecken, bei denen du weit aussiehst, damit du frühzeitig reagieren kannst

-) wähle andere Uhrzeiten und Strecken, bei denen du weißt, dass nicht viele andere Hunde unterwegs sein werden

-) lasse deinen Hund nicht von der Leine

-) lasse deinen Hund zu Beginn nicht alleine im Garten

Es gibt je nach Haushalt und Standort noch viele, weitere Vorschläge. Wie du siehst, ist das alles eine Frage von deinem Management. Die Möglichkeit, die Wahrscheinlichkeit an Hundebegegnungen zu verringern, besteht somit sehr wohl. Es liegt rein in deiner Verantwortung, diese Ratschläge auch umzusetzen. Ab und zu bzw. an gewissen Stellen lässt es sich vielleicht wirklich nicht verhindern und es kommt der schreckhafte Moment, bei denen man auf einen Artgenossen trifft. Speziell bei Leinenaggression kann der Hund schnell in sein altes Verhalten hineinrutschen, wenn der andere Hund zu nahe ist. Das ist natürlich ein Rückschritt – aber davon geht die Welt auch nicht unter. 😉

Aber, aber, aber, … 

„Aber ich trainiere doch eh in der Hundeschule.“ „Aber es funktioniert in der Hundeschule doch auch.“ oder „Aber es hat beim ersten Mal doch auch funktioniert.“ „Aber…“ sind weitere Aussagen, die wir oft hören.

Wir können dir nur in einem gewissen Rahmen zeigen, wie du in manchen Situationen vorgehen sollst. Das Umsetzen dieser Strategien im Alltag ist dein Job. Du kannst nicht davon ausgehen, dass dein Hund die kontrollierten Situationen in der Hundeschule von sich aus sofort auf die häusliche Umgebung verallgemeinert. Auch das ist – wie in der Hundeschule – eine Sache der Zeit und des Trainings. Je öfter du zu Hause dein Training umsetzt, wie du es gelernt hast, umso eher wirst du zu Erfolgen kommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass nach der ersten Trainingsstunde sich alle Probleme in Luft aufgelöst haben, ist sehr gering. Schraube also deine Erwartungshaltung runter und gib deinem Hund und dir die Zeit, die ihr braucht.

Natürlich ist es so, dass dein Hund sehr ortsgebunden lernt und man nicht sofort jede Übung an jedem neuen Ort umsetzen kann. Das braucht natürlich Zeit. Fakt ist jedoch, dass, wenn es auch nach längerem Training nicht funktioniert, du zu Hause irgendetwas anders machst bzw. auf Situationen anders reagierst als auf dem Hundeplatz. Denn sonst würde es ja auch zu Hause klappen. Was es auch immer ist – beobachte dich und deinen Hund genau. Vielleicht kann dir eine zweite Person oder dein/e professionelle/r TrainerIn dabei helfen, es herauszufinden.

Der Zweck von Empfehlungen ist, sie umzusetzen.

Ein ebenso fataler Fehler kann beispielsweise sein, dass du in der Hundeschule rein mit positiver Verstärkung arbeitest und du zu Hause deinen Hund noch immer für sein Verhalten bestrafst indem du beispielsweise schimpfst oder einfach die Nerven verlierst, weil er beispielsweise wieder an der Leine durchdreht oder wieder in die Wohnung gemacht hat und dir das gar nicht auffällt. Auch hier musst du zuerst lernen, in genau diesen Situationen, die dich so immens ärgern, erst einmal durchzuatmen und deinem Hund auf positivem Wege zu zeigen, wie er sich verhalten soll. Wenn du die Empfehlung der positiven Verstärkung zu Hause nicht umsetzt, kann es auch nicht funktionieren.

Oder es stellt sich nach einem Hausbesuch heraus, dass der Hund einen erhöhten Stresspegel hat und nicht zur Ruhe kommen kann und es wird ihm trotz der dringenden Empfehlung kein Rückzugsort geschaffen.

Ebenso kann es sein, dass dein Hund mehr Auslastung braucht und du es einfach nicht schaffst, ihn angemessen zu fordern.

Auch haben wir schon erlebt, dass sich ein medizinischer Grund hinter der Verhaltensauffälligkeit verbirgt und es wird nicht zum Tierarzt gefahren.

In all diesen Fällen ist das Scheitern schon vorprogrammiert. Wenn du von uns eine Empfehlung bekommst, dann bekommst du die nicht aus Vergnügen, sondern aus Rat, diese auch umzusetzen. Diese Veränderung kostet Kraft und Geduld – dessen sind wir uns durchaus bewusst. Doch ohne Fleiß kein Preis.

Es geht nur miteinander!

Ganz egal, um welche Problematik es sich handelt: Kann der Hund nicht alleine bleiben, macht er ständig rein, bellt andere Hunde an, beißt ständig in die Leine, macht Dinge kaputt und so weiter. Es ist immer wieder der gleiche Merksatz: Setze deinen Trainingsplan in deinem Alltag so um, wie du es bei uns in der Hundeschule geraten bekommst und verlange nicht zu viel auf einmal. Dann ist der erste Schritt in eine erfolgreiche Richtung schon geschafft!

Mag.a Doris HochenhauserZu Hause funktioniert dein Training nicht?

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